Bericht vom LBWL-Orchesterseminar 2025

Das Orchesterseminar des Landesverbandes Baden-Württemberger Liebhaberorchester e.V. präsentierte sich beim diesjährigen Abschlusskonzert mit einem anspruchsvollen Programm: Die erste Sinfonie von Johannes Brahms sowie die Orchestersuite von Aaron Copland stellten hohe Anforderungen an die rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Workshops.

Klangfülle und Virtuosität: Gelungenes Abschlusskonzert am 1. Juni 2025 in Bad Mergentheim

Brahms’ Sinfonie, mit ihren schicksalhaften Paukenschlägen zu Beginn und am Ende, erinnert an vielen Stellen an das große Vorbild Beethoven. Sie verlangt ein präzises Zusammenspiel von Streichern und Bläsern, wobei die Solopassagen der Holzbläser – insbesondere Oboe und Flöte – sowie des Horns selbst für Profis eine Herausforderung darstellen. Der musikalische Leiter des Seminars, Alexander Adiarte, hatte sich gemeinsam mit den Teilnehmenden also einiges vorgenommen.

Mit Coplands Orchestersuite, die auf einem Liebeslied der appalachischen Ureinwohner basiert und durch ihre tänzerischen Elemente sowie ausgefallenen Variationen besticht, stand zudem ein Werk auf dem Programm, das selten von Laienorchestern aufgeführt wird. Das ambitionierte Konzertprogramm verlangte eine intensive Vorbereitung, der sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit großem Engagement stellten.

Am Konzerttag wurde das Publikum mit einem ausgewogenen Klangerlebnis belohnt. Die Spielfreude der Musikerinnen und Musiker war ebenso spürbar wie die Zufriedenheit des Dirigenten mit dem gemeinsam Erarbeiteten. Die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer honorierten dies mit freundlichem Applaus.

Das Ziel des jährlich stattfindenden Orchesterseminars in der schönen musikalischen Bildungsstätte „Jeunesse Musicales“ ist es, gemeinsam anspruchsvolle Werke zu erarbeiten, die in drei Probentagen intensiv vorbereitet und in einem Abschlusskonzert präsentiert werden. Gleichzeitig erhalten die Konzertbesucher einen Einblick in die Probenarbeit.

In diesem Jahr konnten wieder viele neue Gesichter aus nah und fern begrüßt werden: darunter eine Bratscherin aus Frankreich, ein Kontrabassist aus Mannheim sowie ein Teilnehmer aus Venezuela, der in seiner Jugend im weltbekannten Simón Bolívar Orchester mitgewirkt hatte. Unterstützt von professionellen Musikerinnen und Musikern halfen die Register- und Stimmproben dabei, technische Feinheiten zu meistern und die musikalischen Besonderheiten der Werke herauszuarbeiten.

Auch für das körperliche Wohlbefinden wurde gesorgt: eine sportliche Auflockerungseinheit brachte Bewegung in die vom langen Sitzen beanspruchten Körper. Am Abend traf man sich traditionell im Schlosskeller zum gemütlichen Ausklang bei einem kühlen Getränk. Besonders gefreut hat man sich auch über den Besuch des ehemaligen Dirigenten und Mitbegründers Volkmar Fritsche, der gemeinsam mit seiner Frau die Probenarbeit und das Konzert interessiert verfolgte.

Für das leibliche Wohl sorgte wie gewohnt das tolle Küchenteam der Bildungsstätte. Neu in diesem Jahr war die Kaffee- und Teepause am Nachmittag, bei der die Teilnehmenden während der Nachmittagsprobe mit heißen Getränken versorgt wurden. Ein besonderer Komfort, dank der guten Organisation und dem großen Engagement des Leitungsteams von Jeanette Englmann und Lukas Knapp, die dieses Orchesterprojekt nun schon im vierten Jahr erfolgreich vorbereiten und durchführen.

Zum Abschluss bedankten sich die Teilnehmenden herzlich bei den Dozentinnen und Dozenten, dem Dirigenten, den freiwilligen Helfern und dem Organisationsteam.
Als kleine Anerkennung überreichten sie ihnen ein Geschenk – eine von Herzen kommende Geste, die große Freude bereitete.

Eine kleine Fotostrecke soll diesen Bericht mit visuellen Eindrücken abrunden.